NHL Allstar Game 2008

Selbst wenn man solche Witz-Veranstaltungen wie ein NHL Allstar-Game nicht mag, so muss man doch sagen, dass die Amerikaner wissen, wie man eine solche Veranstaltung inszeniert.

Über Kopf hängende Geiger, Menschen, die sich vom Dach des Bell Centers herunterseilen und ein Gospelchor, der die kanadischen Hymne singt – mit viel TamTam startete auch in diesem Jahr das Allstar-Game in Montreal.

Nachdem sich dann auch alle 42 Spieler auf das Eis begeben hatten und der Reihe nach präsentiert wurden, konnten die körperlosesten 60 Minuten der NHL-Saison begonnen. Schlafwagenhockey ohne Körperkontakt vom Allerfeinsten, jedoch immer wieder mit technischen Highlights der Stars.

Am Ende setzten sich die Eastern Allstars dank Alexei Kovalev am Ende mit 12-11 nach Penaltyschiessen in einem Spiel, das immer mehr Fahrt aufnahm, durch.

Immerhin sorgte der österreichische Kommentator immer für ein wenig Spannung, wenn Thomas Vanek auf dem Eis stand. Und schon fast gekränkt war er über die +/- Statistik des Stürmers (-3) und dessen Mitspielen Jeff Carter und Ilya Kovalchuk, die den Österreicher nie passend anspielten ;-) Besonders der russischen Fraktion war der Spass sichtlich anzumerken. Malkin, Markov, Kovalev, Ovechkin oder Kovalchuk öffneten die Trickkiste und zeigten, dass sie sich auch neben dem Eis hervorragend verstehen. Das zeigten die Tore, die Gespräche auf der Bank und nicht zuletzt dieser Eintrag von Alex Ovechkin auf seinem Twitter-Account zeigt, dass die Russen gut miteinander können.

Und dabei immer wieder unterbrochen für die Meilensteine des kanadischen Eishockeys und natürlich besonders die Helden der Canadiens. Alle fünf Minuten tauchte ein ehemaliger Spieler der Canadiens aus einem Aufgang auf und wurde mit viel Applaus bedacht. Sicherlich eine schöne Aktion zum 100. Geburtstag des Vereins, jedoch wurde das eigentlich Spiel damit noch mehr in die Länge gezogen. Bis viertel nach drei morgens mussten sich die tapferen Eishockeyfans in Deutschland wach halten.

Zum Spielverlauf kann man eigentlich nicht viel erzählen. Immer wenn eine Mannschaft sich in Führung bringen konnte, wurde der Gegner in der Folge zum Tor begleitet, damit auch mglichst bis zum Ende des Spiels ein bisschen so etwas wie Spannung erzeugt werden konnte.

Nach dem ersten Drittel stand es 4-2 für die Jungs aus dem Osten. Ovechkin, Eric Staal, Andrei Markov und Alexei Kovalev erzielten die Treffer für die Eastern Allstars, für den Westen waren Pat Marleau und Keith Tkachuk erfolgreich.

Das schönste Tor dabei war sicherlich der erste Treffer von Alex Ovechkin, der einen sehenswerten Direktpass hinter Giguere versenken konnte.

Im Mitteldrittel wurde die Partie dann endlich ein wenig flotter, was Henrik Lundqvist und Niklas Backström zu spüren bekamen. Ganze zehn Tore fielen und die beiden Mannschaften verabschiedeten sich nach den zweiten 20 Minuten mit einem 8-8 in die Kabinen. Für die Highlights im Mittelabschnitt sorgten dieses Mal Evgeni Malkin und Goalie Lundqvist.

Malkin erzielte einen Treffer spektaktulär und mit gütiger Mithilfe von Bäckström durch die eigenen Beine. Lundqvist sorgte für grosses Staunen, als einen Schuss von Patrick Kane im Liegen noch spektakulär abwehren konnte.

Das letzte Drittel gestaltete sich mit Abstand als das attraktivste. Endlich mal ging es schnell hin und her und die Herren Superstars bemühten sich endlich einmal um verlorene Scheiben und wollten sich nicht die Blösse einer Niederlage geben. Es sah zum erstem Mal nach richtigem Eishockey aus im Bell Center in Montreal.

Lange lagen die West-Boys noch mit 10-9 in Führung, aber Martin St. Louis sorgte mit seinem zweiten Tor an diesem Abend knapp sechs Minuten vor dem Schluss für den verdienten 10-10 Ausgleich. Einige Minuten später artete das Spiel sogar soweit aus, dass Alex Ovechkin eine Strafe forderte.

Die letzten beiden Treffer der regulären Spielzeit von Kane und Boouwmeester sorgten dann für die Overtime. Und dort war es dann spätestens ein Klassespiel. Roberto Luongo und Tim Thomas zeigte klasse Paraden und beiden Mannschaften wollten den Sieg jetzt erzwingen. Als Ryan Getzlaf auf einmal frei durch war und auf Thomas zulief, passierte das Unglaubliche. Mike Komisarek erhielt tatsächlich zwei Strafminuten.

Doch auch diese zwei Strafminuten konnte der Westen nicht mehr ausnutzen und die Fans in Montreal bekamen wohl das beste Penaltyschiessen zu sehen, was man sich in der NHL vorstellen kann. Dankbar für diese richtige gute Overtime erhoben sich die Fans auch brav von ihren Sitzen.

Im Shootout waren es dann auch wieder die Russen, die für den Osten alles klar machten. Erst Alex Kovalev, der die Scheibe trocken in den Winkel jagte und dann sorgte Alex Ovechkin mit seiner feinen Technik für den Sieg. Und als dann noch Kovalev verdient zum MVP gewählt wurde, ging auch in Montreal eine lange Eishockey-Nacht zu Ende.

Ich freue mich schon wieder aufs nächste Jahr ;-)

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