Spielabbruch in Iserlohn

Dieses Mal führt uns die Regelkunde an den Seilersee zum Spiel der Iserlohn Roosters gegen die Duisburger Füchse.

Dort haben es nämlich am Freitag beide Torhüter der Füchse geschafft sich bereits nach 10 Minuten und 43 Sekunden zu verletzen. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen und mit 5-0 für die Roosters gewertet.

Nach 9 Minuten nud 29 Sekunden wehrte IlpoKauhanen einen Schuss der Iserlohner mit dem Bein ab und wurde bei dieser Aktion verletzt. Der gebürtige Finne musste das Eis nach dieser Aktion mit Verdacht auf einen Riss im Adduktorenbereich verlassen und Back-Up Lukas Lang durfte sein Glück versuchen.

Doch für Lang war nur 74 Sekunden später die Partie beendet. Beim Versuch das Führungstor der Roosters zu verhindern hatte sich Lang, der noch nicht richtig aufgewärmt war, ebenfalls eine Beinverletzung zugezogen und konnte nicht weiter spielen.

Also standen die Füchse innerhalb von einer Minute ohne Torhüter da.

Und was macht man in so einem Fall?

Die offiziellen Regeln der Interernational Ice Hockey Federation (IIHF) haben natürlich auch an diesen Fall gedacht und folgende zwei eindeutigen Regeln in ihr Regelbuch geschrieben:

a) If a goalkeeper sustains an injury or becomes ill, he shall be ready to resume play immediately or be replaced by a substitute goalkeeper.

Logisch. Entweder es geht für den ersten Goalie weiter oder eben nicht. Dann kommt, wie auch in Iserlohn, der Back-Up zu seinem Einsatz.

Doch jetzt kommt die entsprechende Regel für den “Fall vom Seilersee“:

b) If both goalkeepers of the team are incapacitated and unable to play, the team shall have ten minutes to dress another player in uniform as a goalkeeper.

Also gab auch Rick Looker den Füchsen zehn Minuten Zeit um einen Spieler mit einer Goalie-Montur zu versehen.

Diesen Job sollte Jean-Luc Grand-Pierre übernehmen, doch die Verantwortlichen der Füchse entschieden sich anders und liessen die Frist von 10 Minuten ablaufen. Danach verhängte Looker als “Warnschuss” eine kleine Bankstrafe. Doch als sich auch danach nichts tat, entschied der Referee die Partie abzubrechen.

Laut DEL-Statuten folgt auf einen Spielabbruch, der durch den “schuldhaften Spielabbruch der Duisburger” völlig korrekt war, die Wertung von 5-0 für das gegnerische Team.

Sicherlich eine bessere Entscheidung, denn obowohl ich nichts über die Goaliequalitäten von Jean-Luc Grand-Pierre sagen kann, hätten die Füchse wahrscheinlich höher verloren als mit 5 Toren Unterschied und das hätte den Roosters wiederum einen Vorteil gegenüber den anderen DEL-Team verschafft.

Insofern war die Entscheidung der EVD-Verantwortlichen sicher die Richtige.

„Jean-Luc Grand-Pierre wollte sich schon umziehen. Wir haben aber dann mit IEC-Manager Karsten Mende und Trainer Steve Stirling gesprochen. Wir haben erklärt, dass uns ein 1:20 in diesem Fall nicht stören würde, aber wir wollten keine weitere Verletzung riskieren, wenn sich dann auch noch der Feldspieler verletzt.”

sagte Franz Fritzmeier nach dem Spielabbruch.

Immerhin können sich die Fans der Füchse bei ihrem Sportdirektor bedanken, dass er nach dem Blick in die Glaskugel die letzte Ausländerlizenz der Duisburger für einen Torhüter geopfert hat. Sonst hätte Jean-Luc Grand-Pierre noch ein paar Wochen lang den Torhüter spielen dürfen ;-)

Tags: , ,

Ähnliche Artikel

Diskutiere mit!