Jung und deutsch

Vor einigen Tagen hatte Adler-Manager Marcus Kuhl im Eurosport-Interview noch stolz erklärt, dass er die Jugenförderung in Mannheim nicht als gescheitertes Experiment sehe. Immerhin habe man ja mit Frank Mauer oder Danny aus den Birken zahlreiche Talente, die in Mannheim gefördert werden.

Doch jetzt geht die grosse Flucht der jungen deutschen Spieler aus Mannheim weiter. Verständlich, wenn man sieht mit welchen Spielern die Adler in der kommenden Saison planen. Da kann sich jeder junge Spieler ausmalen, dass es in der kommenden Saison in der SAP-Arena nicht viel Eiszeit zu gewinnen gibt.

Einer der Flüchtlinge ist Torhüter Danny aus den Birken. Der 23-jährige Back-Up Goalie sammelte seine Erfahrungen in den letzten Jahren entweder bei den Heilbronner Falken oder auf der Ersatzbank der Adler. Und mit der Weiterverpflichtung von Freddy Brathwaite für die kommenden zwei Jahre wird sich die Situation für aus den Birken nicht verbessern.

Auch wenn Brathwaite die Zusammenarbeit mit aus den Birken sehr schätzt, wird der Deutsche den besten Goalie der DEL natürlich nicht verdrängen können. Ähnlich wie Jochen Reimer sucht aus den Birken in der kommenden Saison die Herausforderung:

“Es stimmt, ich werde nicht in Mannheim bleiben”

sagte der gebürtige Düsseldorfer morgenweb.de.

Zwar steht der Wechsel bereits fest, aber der Goalie will sich zu seinem neuen Verein nicht äussern:

“Ich darf darüber nichts sagen, ich habe mit dem neuen Verein Stillschweigen vereinbart.”

Aber natürlich wissen die Köche der Gerüchteküche auch in diesem Fall von wieder mehr, als man eigentlich wissen dürfte. Denn morgenweb verrät ebenfalls, dass aus den Birken bereits einen Vertrag bei den Iserlohn Roosters unterschrieben hat. Jedoch lässt folgende Aussage des Torwart-Talents hellhörig werden:

“Ich werde für einen Klub spielen, bei dem ich mir mit einem etwa gleichaltrigen Torhüter einen Zweikampf um die Nummer-eins-Position liefern soll.”

Norm Maracle ist allerdings 34 Jahre alt und damit elf Jahre erfahrener als aus den Birken. Jedoch wäre es kaum verwunderlich, wenn die Roosters den Vertrag mit ihrem schwächelnden Torhüter auflösen und in der kommenden Saison wie auch Wolfsburg auf ein junges deutsches Torhüter-Duo setzen.

Mit dem 21-jährigen Sebastian Stefaniszin und aus den Birken hätten man eine Menge Talent und würde auf der Torhüter-Position genau das Konzept verfolgen, was man in Mannheim anscheinend aufgegeben hat. Sicherlich eine mutige Entscheidung der Roosters, die allerdings belohnt werden sollte.

Tags: , , ,

Ähnliche Artikel

4 Kommentare zu “Jung und deutsch”

  1. Christian says:

    Also Sorry aber wenn man dieses Projekt als gescheitert bezeichnen möchte, dann kann man den Personen echt nicht mehr helfen. Es ist schon klar, dass man Niederschläge hinnehmen muss aber ich glaube, dass wie auch hier schon geschrieben wirklich auch Talente gefunden wurden. Und ich denke auch, dass man sicher noch weitere Talente finden wird, wenn das Projekt weiter läuft. Ich finde, dass die Deutschen hier wirklich auf dem Vormarsch sind. Auch wenn wir noch einiges brauchen.

  2. jl says:

    Es muss Jochen Reimer heißen… ;)

  3. EisBlog says:

    Also ich kann mich an Aussagen von Hernn Kuhl erinnnern, in denen die Rede davon war, dass die Adler ein Team mit ihren eigenen Talenten aufbauen wollen. Und derzeit mag es zwar so sein, dass es Talente gibt, die aber alle zu kleineren Klubs wechseln, weil es in Mannheim keinen Platz gibt. Daher würde ich schon sagen, dass das Projekt, das Kuhl ausgegeben hat, gescheitert ist…

  4. Marco says:

    Also schlecht ist es schon, wenn man eher auf die erfahrenen Spieler setzt, als sich eigenen Nachwuchs heran zu ziehen. Letztendlich kann man nur mit jungen Leuten, die noch lange spielen können, erfolgreich sein. Baut man die von Anfang an auf, dann werden sie vermutlich dem Verein auch die Treue halten. Bei den Adlern dagegen, ich weiß nicht, muss ich sagen, dass das Projekt der Jugendförderung schon als gescheitert bezeichnet werden kann.

Diskutiere mit!