DEB löst Vancouver-Ticket

So, da hätten wir das auch schon wieder geschafft.

Nach dem 2-1 Arbeitssieg der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft über Österreich hat sich das Team von Uwe Krupp vorzeitig die Eintrittskarte für die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 erspielt. Durch den 5-4 Sieg Japans über Slowenien gestern mittag ist das letzte Spiel der Qualifikation am heutigen Sonntag für die Deutschen bereits bedeutungslos.

Da ich selber nur wenige Ausschnitte sehen konnte, kann ich hier nur sagen, dass es wohl grösstenteils ein eher spannendes als packendes Spiel war. Keine der beiden Mannschaften wollte einen Fehler riskieren und dadurch die mögliche Fahrt nach Vancouver gefährden.

Im ersten Drittel gab es daher auch keine Tore, sondern nur vorsichtiges Abgetaste auf beiden Seiten. Zu Beginn des zweiten Abschnitts war es dann aber Yannic Seidenberg, der den DEB mit einem Drehschuss mit 1-0 in Führung brachte. Nach einem Fehler der Österreicher, schickte Seidenberg die Scheibe irgendwie am kurzen Pfosten vorbei ins Tor. Wie auch schon gegen Japan eine Seidenberg-Führung.

Etwas unglücklich kam dann der Ausgleich der Österreicher: Nach einem Stockbruch von Trattnig murmelte die Scheibe nur auf Pätzold zu und Kalt konnte den etwas irritierten DEB-Schlussmann überwinden. Trotzdem eine mangelhafte Defensive der Deutschen. Kalt war von drei weiss-gekleideten Spielern umringt, schaffte es aber trotzdem das Tor zu erzielen.

Jedoch liess die Antwort der DEB-Auswahl nicht lange auf sich warten und John Tripp stellte in Überzahl den alten Toreabstand nur drei Minuten später wieder her. Bei dem ordentlichen Pfund von der Blauen hatte auch der ansonsten gute Bernd Brückler keine Abwehr-Chance.

Im letzten Drittel änderte sich dann nichts mehr am Spielstand, die Deutschen verwalteten die Führung, wenn auch teilweise glücklich, und konnten ihren Turniererfolg bereits nach dem zweiten Spiel feiern.

Bundestrainer Krupp, der aufgrund seiner teilweise seltsamen Personalentscheidungen sicherlich massiv in der Kritik gestanden hätte, wenn sein Team die Qualifikation nicht geschafft hätte, wirkte nach dem Schlusspfiff überaus erleichtert:

“Das war das wichtigste Spiel meiner Karriere, wichtiger als der Stanley Cup, weil es als Trainer viel schwerer ist. Kompliment für eine überragende Mannschaftsleistung.”

Und auch die Verlierer zeigten sich fair. Goalie Brückler suchte die Fehler nach dem Spiel in den eigenen Reihen. Zumindest grösstenteils ;-)

“Wir können stolz darauf sein, so gekämpft zu haben. Wir haben unser Powerplay nicht genutzt, während die Deutschen mir vier Mann vors Tor gestellt haben.”

Ganz grossen Respekt an dieser Stelle übrigens an die Berichterstattung im deutschen TV. Neben der DSF Übertragung habe ich bisher nur einen 60-Sekunden-Clip im “Aktuellen Sport Studio” gesehen. Mehr nicht.

Das muss man sich mal vorstellen: Die deutsche Nationalmannschaft erreicht zum 16. Mal in Folge die Olympischen Spiele bereits vorzeitig, aber in Deutschland interessiert anscheinend auch ein zweitklassiger Boxkampf mehr. Aber so ist das wohl und ändern wird sich daran so schnell auch nichts.

So, und jetzt genug mit Olympia 2010. Ich will wieder DEL!

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