Das grosse Vorbild

Juhu, die deutsche Nationalmannschaft hat es tatsächlich geschafft, sich mit einem Sieg von der Weltmeisterschaft gegen den Eishockey-Riesen aus Ungarn zu verabschieden.

2-1. Nicht viel, aber immerhin ein Sieg. Moritz Müller und Michael Bakos erzielten die beiden Treffer und verhinderten damit wenigsten das worst-case Szenario, sich völlig ohne Sieg auf den Heimweg zu machen.

Und trotzdem ist die Weltmeisterschaft und der sportliche Abstieg des DEB natürlich ein Offenbarungseid. Das habe ich hier  in den letzten Tagen bestimmt schon deutlich gemacht und will hier nicht noch weiter auf Uwe Krupp und seine Jungs niederschreiben.

Viel wichtiger ist doch die Frage, wie es weitergehen soll, in Eishockeydeutschland!

Und da würde ein Blick in die Schweiz sicherlich nicht schaden.

Die Eidegenossen, vor einigen Jahren noch auf etwa der gleichen Stufe wie die Deutschen, haben gezeigt, wie man eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen kann, die sich selbst vor einem Team USA, gespickt mit NHL-Spielern, nicht zu verstecken braucht.

Selber haben die Schweizer mit Mark Streit, Martin Gerber, Yannick Weber, Jonas Hiller und mit Abstrichen noch Luca Sbisa nur eine Handvoll Spieler, die sich in der NHL durchsetzen könnten – ähnlich ist die Situation auch in Deutschland.

Der entscheidende Unterschied, von dem auch die Nati profitiert ist, dass in der National League A nicht jeder drittklassige Kanadier, der sich halbwegs auf den Schlittschuhen halten kann den Vorzug vor den einheimischen Spielern bekommt.

Drei A-Lizenzen darf jeder Schweizer Eishockey-Klub vergeben, die restlichen Positionen müssen gezwungenermassen mit Schweizern aufgefüllt werden. Dadurch bekommen eben diese Spieler mehr Erfahrung, mehr Verantwortung, die sie auch in der Nationalmannschaft gebrauchen können.

Und dadurch kommen eben auch solche Spiele zustande wie gestern gegen die USA. Oder glaubt wirklich jemand, dass der DEB sich gestern so gegen die Amis aufgelehnt hätte, so gekämpft hätte und am Ende mit 4-3 gewonnen hätte?

In der DEL gibt es eben einzig die Eisbären, die einigermassn auf ihre Jugendabteilung setzen, aber auch dort bestehen die ersten beiden Reihen aus Spielern wie Robinson, Beaufait, Walker oder Pederson. In der anderen Mannschaften, z.B. Mannheim, findet man doch mittlerweile nur noch deutsche Spieler auf dem Papier, weil es die Regeln so vorschreiben.

Hier sollte man mal ansetzen, denn man sieht doch am Beispiel der Schweiz, dass es so funktionieren kann. Und bis auch die deutsche Liga das einsieht, spielen wir halt noch ein paar spannende B-Weltmeisterschaften…

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