In eine glorreiche Zukunft?

Der abgelaufene Deutschland-Cup hat es bewiesen: Die Deutschen können Eishockeyspielen! Müssen wir uns also für die anstehenden Grossveranstaltung, die olympischen Spiele und die WM im eigenen Land, gar nicht so viele Befürchtungen machen? Ist sogar ein Überraschungserfolg möglich?
Warum eigentlich nicht? Denn wie das Wochenende gezeigt hat, ist die Deutsche Mannschaft auf allen Positionen ausreichend besetzt. Und Uwe Krupp hat auf einmal sogar das schwere Los, welche Spieler er nominieren soll.
Im Tor haben Rob Zepp, Dennis Endras und Dimitri Pätzold gezeigt, dass sie eine Nominierung verdient hätten. Das Problem ist allerdings, dass keiner der drei ein richtiger Kölzig ist. Allesamt sind solide, zeitweise in der DEL sogar überragend, aber bei dem Gedanken daran, dass ein Dimitri Pätzold die Schüsse von Crosby, LeCavalier & Co. stoppen soll ist mir doch ein wenig unwohl.

Auch die Verteidigung hat bewiesen, dass sie ihren Job erledigen kann. Der Einbürgerung sei dank.
Ficenec, Schmidt und Holland spielten gegen USA, Slowakei und die Schweiz äusserst souverän. Und im Hinblick auf Olympia darf man ja auch nicht vergessen, dass wir mit Christian Ehrhoff, Christoph Schubert und Yannic Seidenberg ja noch drei Defender drüben haben, die nicht die allerschlechtesten sind.
Und selbst der Sturm, sowas wie das Sorgenkind des DEB bei der diesjährigen WM, hat in den vergangenen Tagen Freude gemacht. Selbst ohne DEL-Topscorer Robert Hock. Denn was Michael Greilinger an der Seite von Michael Wolf gezeigt hat, war aller Ehren wert. Und dann war da ja auch noch T.J. Mulock.
Rotzfrech und ohne Respekt spielte der Youngster auf und zeigte, was diese Mannschaft braucht: Einen unbekümmerten Spieler, der einfach mal aus allen Lagen draufhält.

Und dann sind da ja eh noch die Jungs aus Übersee: Marco Sturm und Jochen Hecht werden gesetzt sein, Marcel Goc, Felix Schütz und Philip Gogulla sind immerhin Alternativen, die man nicht vergessen darf.
Die Spieler sind vorhanden, jetzt liegt es aber auch am Trainer, dieser Mannschaft – Philipp Lahm lässt grüssen – eine Spielphilosophie, ein System zu verpassen, was zu den Spielern passt. Der Deutschland-Cup hat gezeigt, dass die Deutschen sogar offensiv spielen können und das Uwe Krupp den Draht zu seinen Männern noch nicht verloren hat.
Vielleicht gelingt mit diesem Rezept ja im kommenden Jahr eine andere Überraschung als die, die wir in diesem Jahr in der Schweiz erleben mussten…
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