Krefeld, ein Stimmungsloch

Ich war gestern beim Eishockey. In Krefeld. Seit langer Zeit mal wieder. Aber irgendwie war es anders als beim letzten Mal.

Es ist zwar schon ein bisschen her, dass die Stimmung in Krefeld berauschend war und sicherlich darf man auch die Playoffs 2003 nicht als Massstab für das KEV-Stimmungsbarometer nehmen, aber was sich gestern beim Spiel gegen die Hannover Scorpions abgespielt hat war schon traurig.


Bild: mothes.info

Das muss man sich mal vorstellen: Da spielen die Krefeld Pinguine, 12. der Tabelle, die Hannover Scorpions, vor dem Spiel noch Tabellenzweiter, innerhalb von 20 Minuten dermassen an die Wand und führen mit 6-1. Sechs zu Eins. Ein Tor schöner als das andere.

Und auf den Rängen? – Stille!

Natürlich war die Stimmung im ersten Drittel nicht schlecht. Aber: Kunststück, wenn man sechs Tore erzielt.

Aber ich verstehe heute noch immer nicht, warum eine Fangemeinde wie diejenige in Krefeld, die sich wahrscheinlich noch immer für die “besten Fans der Welt” hält, sich in den letzten beiden Dritteln dann zurücklehnt und den knapp 400 mitgereisten Fans aus Hannover das Singen überlässt.

Die Scorpions-Anhänger haben sich das Spiel nicht vermiesen lassen und haben ihre Mannschaft, trotz dem deutlichen Rückstand, lautstark unterstützt. 60 Minuten lang.

Und von Kreativität will ich bei den KEV-Fans jetzt mal gar nicht sprechen. Es tut schon weh, wenn sich die Gästefans über die Stimmung einer Frangruppe lustig machen, deren Mannschaft gerade sagenhaftes Eishockey spielt. Und das zurecht.

Der Höhepunkt dann bei der Ehrenrunde: Das Spiel ist aus, die Mannschaft hat das Eis verlassen und in der Halle herrscht schon wieder Stille. Da muss erst der DJ die Musik aufdrehen, damit es nicht allzu peinlich wird. Und dann steht da ein komplett ausgepumptes KEV-Team vor den Fans und will sich den verdienten Lohn abholen und was fordern die Fans? Den Trainer.

Für mich völlig unverständlich und ich hoffe, dass die Stimmung wieder besser ist, wenn ich an Weihnachten 2010 das nächste Mal im KönigPalast zu Gast bin.

Aber vielleicht bin ich da ja auch einfach ein bisschen altmodisch…

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