Aufzeichnungen statt Live-Hockey

Eine “einmalig ausführliche Berichterstattung” hatten ARD und ZDF am 9. Dezember bei der Vorstellung des Programmkonzepts für die olympischen Winterspiele in Vancouver versprochen. Doch die Realität sieht ein bisschen anders aus – besonders für Eishockeyfans.

600 Mitarbeiter haben die öffentlich-rechtlichen Sender für die Übertragungen der Winterspiele nach Vancouver gekarrt, unzählige Sendestudios in der kanadischen Metropole errichtet und zu jeder noch so ereignisarmen Veranstaltung steht mindestens ein Experte bereit, der seine fachkundige Meinung ins Mirkofon quatschen darf.

Anders jedoch beim Eishockey: Das Eishockeyturnier der Männer muss selbst in den frühen Morgenstunden “wichtigeren” Aufzeichnungen weichen und Live-Eishockey ist in Deutschland weiterhin Mangelware. Und das trotz zweier Sende-Kanäle.

Bestes Beispiel: der “Super-Sunday” in der gestrigen Nacht.

Während die sechs besten Eishockey-Nationen sich innerhalb von wenigen Stunden gegenüberstanden, schaffte es das deutsche Fernsehen nicht einmal ein ganzes Spiel live und in voller Länge zu übertragen. Selbst ein Highlight wie die Begegnung USA vs. Kanada musste dem dritten Lauf des Zweierbobs weichen. Und das, obwohl die Sender mit EinsFestival noch eine Ausweichmöglichkeit gehabt hätten, um das Spiel live zu senden.

Dort wurde jedoch erst eine Aufzeichnung der Partie Russland gegen Tschechien gezeigt (immerhin), ehe im Anschluss die Wiederholung der Eisschnelllauf-Wettkämpfe zu sehen war.

Die Möglichkeit einer Live-Übertragung war also gegeben, doch bei ARD und ZDF wird eben auch in diesem Jahr kein Wert auf Eishockey gelegt. Dabei hatten die Sender nach den “Live-Pannen” bei der Übertragung der Sommerolympiade in Peking, als Wiederholung mit einem “Live”-Logo ausgestattet wurden, versprochen, in Vancouver mehr Liveübertragungen zu bieten als jemals zuvor.

Ich kann zwar verstehen, dass aus deutscher Sicht eine Übertragung des Zweierbobs quotenbringender ist als ein Eishockeyspiel zweier nordamerikanischer Mannschaften, allerdings sehe ich keinen logischen Grund, wieso man mehr Wert auf die Aufzeichnungen von alten Wettkämpfen legt, anstatt das Spiel der Amerikaner gegen die Kanadier live zu zeigen.

Ist zwar ganz nett, dass alle Eishockey-Blogger vor der Olympiade eine nette Mail erhalten haben, in denen das ZDF auf sein ausführliches Online-Angebot für Eishockeyfans hinweist, allerdings bringt das auch nichts, wenn man für die Übertragungen der Spiele doch wieder auf kanadische Medien und Internetstreams zurückgreifen muss.

Immerhin besteht für den Finaltag des Eishockeyturniers noch Hoffnung. Der Programmplaner von ARD und ZDF hat noch keine anderen Veranstaltungen vorgesehen, aber heissen muss das noch lange nichts. Vielleicht gibt es ja noch irgendeine Aufzeichnung vom Curling, die man den Zuschauern unbedingt ein zweites Mal zeigen muss.

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7 Kommentare zu “Aufzeichnungen statt Live-Hockey”

  1. Johannes says:

    Auch wenn Eurosport dieses Spiel leider auch nicht live übertragen hat, haben die sonst fast alle Eishockeyspiele im Angebot und der große Vorteil ist, dass die Kommentatoren wenigstens nicht so schlecht wie Tom xxx von der ARD!

  2. funnyman says:

    Ich dachte heute Nacht mich tritt ein Pferd als ich mitbekam das die das Spiel erst um 03:45 Uhr als Aufzeichnung bringen. Denn in ihren eigenen Programmplanern stand ja nun das genaue Gegenteil.

    Ich habe mir dann vorgestellt wie sich wohl jemand gefühlt haben mag, der sich daraufhin den Wecker gestellt hat und eben keine Ausweichmöglichkeit übers Web hatte. Auch solche Leute gibt es durchaus noch. Ich glaube ich hätte einen Anfall bekommen.

    Aber auch so fand ich es nicht wirklich prickelnd in der Nacht vor dem PC Monitor zu hocken statt auf dem gemütlichen Sofa vor dem Fernsehen zu sitzen.

  3. Nomi says:

    tja, eishockey is wohl auch bei olympia die unwichtigste sportart überhaupt. selbst curling ist Interssanter als die Spitzenspiele im Eishockey. zufällig spielte ja jede der gestrigen Mannschaften gegen Ihr “Hass”-Land, wir könnten auch Derby sagen.
    Lustigerwesse bekomme ich dank Sat-Schüssel auch die Sender vom ORF und dem Schweizer Fernsehen rein. Zumindest das erste Spiel des gestrigen Tages lief auf ORF 1. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass die andern Spiele da liefen. Aber das is ja schon normal, dass man im Schweizer- bzw. Österreichischen Fernsehen mehr Internationle Eishockeyspiele sieht als im Deutschen. Selbst bei der WM kommt in beiden Ländern mindestens ein Spiel. Auch wenn Ihr Land dann dem Tag spielfrei hat. Und die Kommentatoren sind auch um Klassen besser als was das ARD unsd ZDF zu bieten hat. (ja ich hab an denen einen Narren gefressen)
    Warum schaffen das die Deutschen nicht?

  4. EisBlog says:

    Naja, die Antwort ist wahrscheinlich relativ einfach: Die Deutschen schaffen es nicht, weil Eishockey in Deutschland nicht interessiert. In der Schweiz und in Österreich steht Eishockey sogar vor dem Fussball und dementsprechend haben die TV-Sender auch eine gute Quote, wenn sie die Spiele übertragen. Daher gibt es auch kompetentere Kommentatoren usw.

    Es ist nunmal leider so. Eishockey ist in Deutschland Sportart Nummer 5, wenn es um die olympischen Winterspiele geht vielleicht sogar nur Nummer 10 hinter Biathlon, Ski alpin, Rodeln, Bobfahren, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Skispringen usw.

  5. Nomi says:

    stimmt schon. aber auch von deutschen sollte ich erwarten können das sie die Namen der Superstars richtig aussprechen können. Das sollte zumindest das mindesmaß sein. Beim Damen Hockey haben sie zu denn Kanadierinnen Amrikanker gesagt….

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  2. My-Fan-Page says:

    eishockey: Trotz vollmundiger Versprechungen kehren ARD und ZDF das …: Anders jedoch beim Eishockey: Das Eishock… http://bit.ly/ac4FMi

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