Olympia, Tag 5
Eigentlich hatte das Eishockeyturnier für die DEB-Truppe von Uwe Krupp gut angefangen – jetzt droht das schlechteste Ergebnis in der Geschichte des deutschen Eishockeys.
Immerhin gelang dem deutschen Team im letzten Vorrundenspiel gegen Weissrussland die ersten Tore des Turniers, doch mit 3-5 setzte es zur gleichen Zeit die dritte Niederlage im dritten Spiel in Vancouver. Da konnten sich die Deutschen auch nicht besser fühlen, dass die Weissrussen nach dem Spiel vom “stärksten deutschen Team aller Zeiten” sprachen.
“Wir sind einen Platz schlechter als in Turin”
war die nüchterne und treffende Analyse von Franz Reindl nach der Partie. Denn die Zahlen sind eindeutig: Der DEB ist nach drei Spielen Elfter und konnte keinen einzigen Punkt erspielen. Das gab es bei Olympischen Spielen zuvor noch nie.
Und dabei waren die Krupp-Spieler vielversprechend gestartet, als Dennis Seidenberg die Torflaute schon in der fünften Minute beendete. Doch die Deutschen waren (mal wieder) nicht in der Lage, ihre durchaus vorhandene Überlegenheit in Tore umzumünzen und mussten noch im ersten Drittel den Ausgleich hinnehmen.
Im Mitteldrittel waren es dann wieder die Weissrussen, die ihre Chancen nutzen konnten und sogar auf 3-1 davon zogen. Die Deutschen waren zwar erneut überlegen, scheiterten aber entweder an ihrem Unvermögen oder Vitali Koval, dem Torhüter des Gegners. Ganze 40 Schüsse musste der parieren. Eigentlich ein Wert, der für zwei Spiele reicht, wenn man vor dem Tor clever genug ist.
Immerhin liessen die Spieler mit dem Adler ihre Köpfe nicht hängen und erkämpften sich den Ausgleich. Und wie. Innerhalb von 21 Sekunden netzten erst John Tripp und Marcel Goc zum mittlerweile verdienten 3-3, doch die Weissrussen hatten noch was auf Lager. Ruslan Salei traf fünf Minuten vor dem Ende zum vorentscheidenden 3-4 und Kalyuzhny machte den Sack eine Minute vor dem Ende zu.
Verständlich, dass die Mannschaft nach diesem Ergebnis entsprechend bedient war:
“Nach so einer Niederlage ist man natürlich einfach nur sauer und enttäuscht”
meinte Marcel Goc und auch Bundestrainer Uwe Krupp war nicht bei Laune:
“Die Mannschaft hat gut gekämpft, aber sie ist für ihre Arbeit nicht belohnt worden”
Jetzt haben die Deutschen nur noch ein Spiel um den Einzug ins Viertelfinale doch noch klar zu machen. Und es wartet in jedem Fall eine Topmannschaft. Der Name ist noch nicht bekannt, es steht allerdings fest, dass die deutschen eine ausgemachte Sensation benötigen, um das schlechteste Olympia-Ergebnis noch abzuwenden.
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