Was ist mit Deutschland?
Die Olympischen Spiele laufen, die ersten Medaillen sind bereits verteilt und heute Nacht startet mit der Parties USA vs. Schweiz auch endlich das 22. olympische Eishockeyturnier der Herren.
Die Presse hat sich mittlerweile schon eingeschossen und das Traumfinale lautet jetzt bereits Kanada vs. Russland. Die Kader der verschiedenen Nationen werden rauf- und runtergebetet, die Schwachstellen in den mit NHL-Spielern gepsickten Mannschaften werden verzweifelt gesucht. Der eine will einen Nachteil bei den Torhüter der Russen gesehen haben, der andere glaubt, dass Brodeur und Luongo bei den Kanadiern dem Druck nicht standhalten werden.
Bei diesen Spekulationen ist die Mannschaft von Uwe Krupp aussen vor. Deutschland nimmt zwar mal wieder Teil, mit einem erfolgreichen Abschneiden rechnet nach der Weltmeisterschaft im letzte Jahr niemand mehr.
Doch wie ist es um den Kader der Deutschen bestellt? Wo sind die Schwachstellen und ist eventuell sogar eine Überraschung des DEB möglich?
Der Kader
Torhüter

Photo: Break-Away
Dennis Endras, Dimitri Pätzold und Thomas Greiss heissen die drei Torhüter, die Uwe Krupp in Vancouver ins Rennen schicken wird. Zwar dürfte Deutschland auch in dieser Kategorie nicht gegen die meisten Teilnehmer ankommen können, jedoch verpsrechen die drei Schlussmänner eine gute Kombination und könnten zur Überraschung werden.
Die besten Chancen sollte Thomas Greiss haben. Der ehemalige Kölner hat zwar bei den San José Sharks nicht den Hauch einer Chance den Russen Evgeni Nabokov zu verdrängen, doch in seinen 12 Einsätzen hielt Greiss mit einer Fanquote von 91.8 Prozent immer solide. Zudem ist er an die kleine Eisfläche und die grossen Namen der Gegner gewöhnt.
Dimitri Pätzold kann auch auf eine NHL-Vergangenheit zurückblicken, ehe von der KHL wieder zurück nach Deutschland wechselte. Der Schlussmann des ERC Ingolstadt hat jedoch in dieser Saison mit einem Gegentorschnitt von 3.23 Toren nicht die besten Werte. Zwar gilt der gebürtige Kasache als unbeständig, jedoch hat er besonders im DEB-Dress seine Qualitäten mehrmals bewiesen.
Dennis Endras ist der unerfahrenste der drei Torhüter. Die junge Schlussmann aus Augsburg wusste zwar in der Liga und auch in den bisherigen Einsätzen für den DEB zu überzeugen, ob Endras jedoch auch gegen Stürmer wie die Sedin-Zwillinge oder Peter Forsberg bestehen kann ist eher fragwürdig.
Abwehr

Photo: Break-Away
Die Abwehr des deutschen Teams wird in Vancouver durch drei NHL-Spieler verstärkt werden, die den übrigen DEL-Cracks mehr Sicherheit verleihen sollten. Allen voran Christian Ehrhoff ist als Verteidiger gesetzt. Der ehemalige Krefelder geniesst in Vancouver ein Heimspiel und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der stärksten und solidesten Defender der NHL gemausert.
Hinzu kommen noch Dennis Seidenberg und (Florida) und Alex Sulzer (Nashville), die die anderthalb NHL-Verteidigerreihen komplettieren werden.
Chris Schmidt, Michael Bakos, Sven Butenschön Jakub Ficnenc und der NHL-ambitionierte Korbinian Holzer sind zwar die besten deutschen Verteidiger, doch auch hier muss man erst abwarten, wie sie sich gegen die grossen Namen schlagen können.
Eine solide Defensive haben die Deutschen definitv zusammen. Sollte jeder Spieler in Vancouver an seine Grenzen gehen, muss man sich um die Hintermannschaft von Uwe Krupp keine Gedanken machen.
Sturm

Photo: Break-Away
Im Sturm gehen die Deutschen mit einer Menge “Firepower” an den Start. Zu den Topscorern der DEL um Thomas Greilinger und Michael Wolf hat Uwe Krupp auch der jungen Garde eine Chance gegeben. T.J Mulock, André Rankel, der zuletzt starke Kai Hospelt und Manuel Klinge sind bereits DEL-erfahren, spielen in Vancouver jedoch ihr erstes grosses Turnier. Ihre Frische und Unbefangenheit könnte ein grosses Plus für den DEB sein.
Neben den “jungen Wilden” kann Krupp auf die NHL-Erfahrung von Jochen Hecht, Marko Sturm und Marcel Goc zurückgreifen. Während es bei Hecht in dieser Saison noch klemmt, zeigt Sturm bisher eine gute Leistung und auch Marcel Goc meldete sich in Nashville nach seiner Verletzung mit zwei Scorerpunkten eindrucksvoll zurück.
Für die Abteilung Sturm gilt in den kommenden Tagen eines: Spielen besonders die jungen Spielern befreit auf und zeigen sich nicht durch die grossen Namen der Gegner beeindruckt, könnte das der grosse Überraschungseffekt zu Gunsten der Deutschen sein. Sollten die Stürmer allerdings vor Ehrfurcht erstarren, bliebe die Verantwortung neben den drei NHL-Cracks an den Routiniers John Tripp und Sven Felski hängen.
Fazit
Der DEB-Kader ist in diesem Jahr eine bunte und vielverpsrechende Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Es liegt an Uwe Krupp, seinem Team zu verdeutlichen worauf es ankommen wird und die richtigen Reihen aufzustellen. Sollte die Abwehr und besonders einer der drei Torhüter über sich hinauswachsen, wäre sogar eine Überraschung drin. Vielleicht nicht gegen Schweden, aber möglicherweise gegen die Finnen. Und ein Sieg gegen Weissrussland sollte ohnehin möglich sein.
_________________Ähnliche Artikel
Schlagwörter: DEB, Deutschland, Olympia 2010, Uwe Krupp, Vancouver
















Veto!
Ich werd mal im Sinne des Bundes-Uwe tiefstapeln und prognostizieren, dass jeder gewonnene Punkt in der Vorrunde eine positive Überraschung wäre.
Vancouver 2010 ist ein besonderer Fall, da hier NHL-Spieler im Roster schon mal vom Prinzip her eine Verstärkung darstellen – Stichwort: kleine Eisfläche. Die meisten Mitglieder des deutschen Teams kennen die kleine Eisfläche in letzter Zeit leider nur vom Bildschirm. Die Finnen und Schweden sind darüberhinaus praktisch mit den Top-Rostern am Start, da ist für die Deutschen imho nix zu holen, solange da kein Gegner mit voller Absicht seine Kräfte schont.
Weissrussland sollte man prinzipiell nie schlechtreden. Die sind nicht umsonst bei den letzten WMs relativ weit gekommen: gut aufeinander eingespieltes Kollektiv, ordentliche Einzelspieler, immer mal wieder Top-Torhüter! Da die Begegnung das 3. Spiel sein wird, wird die ungewohnte Eisfläche auch nicht mehr soviel Ausschlag geben. Im Normalfall ist nach den Erfahrungen der letzten Jahre Deutschland leichter Außenseiter, so hart das auch klingen mag!
Meine Prognose: Deutschland spielt gg. Finnland und Schweden tapfer auf, kratzt in einem Spiel an der Sensation und bricht im anderen nach gutem Kampf irgendwann zusammen, beide Spiele mit zuviel Energieaufwand. Weissrussland wird dann unterschätzt, unsere Jungs nervös und mit mangelnder Puste, scheitern zudem reihenweise am Goalie. Same procedure as every year.
Da schliese ich mich teilweise an. Ich denke, dass das Spiel gegen Schweden eine ganz klare Kiste wird. Dafür werden Henrik und Daniel S. schon sorgen. Gegen Finnland könnte es dann vielleicht eine Sensation geben oder zumindest die Chance darauf.
Ich glaube allerdings, dass wir die Weisrussen schlagen können. Die haben zwar auch nur NHL- und KHL-Stars dabei, aber die müssen sich auch auf die Eisfläche einstellen und ein Sieg gegen Weissrussland sollte doch wohl im Bereich des möglichen liegen…