Zitat #51
Es sitzen die falschen Leute am falschen Ort, niemand ist wirklich daran interessiert, Eishockey voranzubringen, alle verfolgen nur ihre eigenen Interessen. Oder zum Beispiel die Ausländerschwemme, die die Liga vollkommen gesichtslos gemacht hat. Ich bin der Letzte, der keine Ausländer in der Liga haben will. Fünf oder sechs pro Team wären gut, aber es müssen eben auch gute Leute sein. Jungs, die den Unterschied ausmachen, so wie es früher einmal war. Bei uns läuft aber so viel Schrott herum.
Peter Draisaitl über die Zustände in der DEL.
Das komplette Interview findet ihr hier.
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“Ausländerschwemme” … solche Wörter sind schon starker Tobak, v.a.D. da sie sich auf einen arbeits- und bürgerrechtlich “gerechten” Vorgang in Folge des Bosman-Urteils bezieht. Aber das gehört ja mittlerweile zum guten Ton im deutschen Eishockey.
Viel kritikwürdiger ist aber imho das “bei uns läuft aber so viel Schrott herum.” Tja, lieber Peter, warum setzt man wohl, trotz der (im Vergleich zu damals->Bosman) hohen Wertigkeit der Ausländerlizenzen auf immer schwächere Import-Spieler?(zuletzt sogar eine CHL-Verpflichtung bei den Haien!)
Vielleicht weil die immer noch besser sind, als die deutschen Graupen, die in der weiten Ligen-Landschaft ausserhalb der DEL ihr Dasein fristen, da sie keine der “deutschen Planstellen” innerhalb eines DEL-Roster ergattert haben? Vielleicht weil das Preis-Leistungsverhältnis im Vgl. zu halbwegs brauchbaren deutschen Spielern um einiges vorteilhafter ist, und die DEL-Clubs momentan nun mal echte finanzielle Probleme plagen?
Der Peter sollte sich lieber aktiv und mit all seiner Kraft für die von ihm zurecht angemäkelte Verbesserung der Ausbildung im Juniorenbereich und für eine Schließung der Spielklassen-Lücke zwischen Junioren und Profis einsetzen. Erst wenn sich deutsche Spieler mit hoher Qualität in der zweiten Liga auf die Füße treten bzw. in andere Länder wechseln, weil es in der DEL nicht genug Platz gibt, kann er vma. weiter über die Abstellgleis-Ausländer herziehen.
Aber in einem Atemzug zu fordern, dass mehr Geld für hochklassige Ausländer ausgegeben wird, und dass die Kontingentstellen auf 6(!) reduziert werden (was in der momentanen Situation deutsche Spieler noch mehr verteuert) klingt schon nach ziemlicher Verwirrung.
Aber er hat natürlich Recht. Wenn nur noch 5 Ausländer erlaubt wären, dann müssten alle Klubs schauen, wo sie die guten deutschen Spieler herbekommen. Und dann würde auch gezwungenermassen der Nachwuchs gefördert.
Das bedeutet natürlich, dass das Niveau in der Zeit der Umstellung absinken würde, aber in der Schweiz sieht man ja derzeit, wie es gehen kann.
Ich finde es jedenfalls gut , dass der Herr Draisaitl mal so direkt anspricht.