Nachgefragt: Günter Peter Ploog
Wie gestern bereits angekündigt, gibt es heute das komplette Interview mit ZDF-Kommentator Günter Peter Ploog.
Günter Peter Ploog, vielen Dank, dass Sie sich trotz Olympia-Stress Zeit für das Interview genommen haben.
Natürlich antworte ich gerne, wenn ich nett und höflich gefragt werde. Auf unqualifizierte und anonyme Äußerungen und Pöbeleien im Internet, wo der Umgangston leider sehr gelitten hat und ja jeder ungeprüft schreiben kann, was er will, will ich allerdings nicht reagieren.
Verständlich. Trotzdem dürften nach ihrem Kommentar des Spiels Deutschland gegen Weissrusslannd die negativen Kommentare überwogen haben, oder?
Negative Reaktionen im Internet oder in der Zuschauer-Reaktion überwiegen immer. Der zufriedene Zuschauer hat ja keinen Grund, anzurufen. Da ich in meinem Kommentar sehr deutlich war, waren auch die Reaktionen eindeutig und negativ. Diese negativen Reaktionen haben im Anschluss aber eine Reihe von sehr positiven hervorgerufen nach dem Motto “was wollt ihr, der Mann hat doch recht”.
Für viele Zuschauer war Ihr Kommentar während des Spiels allerdings eher eine Abrechnung mit der DEL, als mit den Leistungen des Deutschen Eishockey-Bundes. Würden Sie das im Nachhinein auch so sehen?
Ja, der DEB ist bei meiner Kritik leider zu kurz gekommen. Die stete Konfrontation DEB/DEL hätte ich auch noch thematisieren können, aber die Zeit fehlte. Das Nationalteam ist das Aushängeschild und müsste daher in beiderseitigem Interesse unterstützt werden.
Mir erschliesst sich trotzdem nicht, was Sie dazu veranlasst hat, die Lage der Deutschen Eishockeyliga so zu kritisieren? Das Spiel der Deutschen gegen Weissrussland war meiner Meinung nach alles andere als schwach.
Nunja, Deutschland hat mit dem besten Team seit Jahren so schlecht abgeschnitten wie noch nie bei Olympia, ohne einen einzigen Sieg. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird immer größer. Da ist mir dann einfach der Kragen geplatzt. Seit 1976 höre ich mir die immer wieder gleichen Forderungen nach einem Umdenken, nach einer besseren Förderung des Nachwuchses an. Und nie ist was passiert. Fragen Sie doch mal Hans Zach, der redet sich auch seit Jahrzehnten den Mund fusselig. Vielleicht konnte ich mit meinen sicher provokanten Worten was bewirken, zumindest eine Diskussion auslösen. Da habe ich aber wenig Hoffnung.
Eine Diskussion haben Sie zumindest unter den deutschen Eishockeyfans ausgelöst – die einen verurteilen Ihren Kommentar, die anderen unterstützen ihre Ansichten. Ich sehe unter anderem auch, dass die DEL Probleme hat, weil der Nachwuchs kaum gefördert wird, dafür lieber auf unterklassige Ausländer gesetzt wird. Was sehen Sie als grösstes Problem der DEL?
Sie sagen es doch selbst, zweit- und drittklassige Ausländer nehmen Deutschen die Plätze weg. Die Schweizer und Ralph Krüger haben es uns vorgemacht: 3 starke Ausländer, da ist viel Platz für den Nachwuchs. Die Schweizer unter Krüger haben 13 Jahre nicht gegen den Abstieg gespielt. Das wäre natürlich ein Prozess, der Jahre dauert.
Viele haben Ihnen auch vorgeworfen, dass Sie neben all Ihrer Kritik keine Lösungsansätze geboten hätten. Was würde der DEL denn Ihrer Meinung nach helfen?
Kooperation statt Konfrontation zwischen DEB/DEL. Und Free-TV statt PAY-TV. Aber da beisst sich der Hund in den Schwanz, Free-TV gibts nur bei Erfolgen. Seit 1996 ist die DEL im PAY-TV verschwunden, eine Generation von Jugendlichen hat damit im TV kaum Kontakt zum Eishockey bekommen, ist abgewandert zu anderen Trend-Sportarten. Auch, weil es keine deutschen Stars, Vorbilder, Idole gibt. Die DEL hat sicher gute Strukturen, tolle Arenen. Das scheint manche zu blenden. Wenn ich lese, dass die DEL hinter der KHL die beste europäische Liga sei, dann lach ich mich weg. Mehr Realitätssinn wäre angebracht.
In Ihrem Kommentar sprachen Sie davon, dass Eishockey in Deutschland nur noch eine “Randsportart” sei. Sicherlich verständlich, aber für viele Eishockeyfans auch eine Provokation.
Das deutsche Eishockey ist 1996 auf dem Altar des Zweikampfs zweier konkurrierender PAY-TV-Sender geopfert worden. Ich habe damals als Eishockey-Chef von Premiere völlig unrealistische 22 Millionen Mark pro Jahr für einen dreijährigen Mix-Vertrag aus Pay- und Free-TV mit ARD und ZDF geboten.Die Klubs entschieden sich aber aus Geldgier (27 Millionen pro Jahr für 3 Jahre) für einen noch unrealistischeren exklusiven Pay-TV-Vertrag mit dem schon bald danach nicht mehr existenten DF1. Das Geld war schnell alle, denn danach folgte die totale Freigabe für jede Menge Ausländer.Und eine Randsportart ist es auch deshalb, weil Eishockey-Fans immer nur nach regionalen Gesichtspunkten schauen, nur ihr Team sehen wollen. Kein DEG-Fan würde sich ein Haie-Spiel anschauen und umgekehrt zb. Im Fussball haben die Bayern Fans in ganz Deutschland, die einzelnen DEL-Klubs nur in ihrer heimischen Umgebung.
Schauen wir zum Schluss nochmal in die nahe Zukunft: Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu? Ist ein Erfolg möglich oder wird auch die WM ähnlich desaströs verlaufen wie die Weltmeisterschaft in der Schweiz und die Olympischen Spiele?
Sie sagen ja selbst, dass die letzte WM und die Olympischen Spiele “desaströs” waren. Warum dann die negativen Reaktionen auf meine Kritik? Die WM könnte ähnlich laufen. Das ist abhängig davon, ob unsere NHL-er wieder dabei sind. Und davon, ob unsere heimischen Top-Skorer mehr zeigen als 0 Punkte in Vancouver. Mir fehlen im Team und im Umfeld Motivation und Visionen. Dabei müssten Olympia und WM doch eigentlich Motivation genug sein. Die Schweizer und die Amerikaner haben es uns vorgemacht, wie man die Sportart wieder nach vorn bringt. Ob sich jemand vom DEB in der Schweiz oder bei den Amerikanern mal erkundigt hat, wie es geht? Vielleicht sollte man wirklich Krüger als Bundestrainer holen, ums zumindest zu versuchen. Ich würd mich freuen, wenn ich mal wieder loben statt kritisieren könnte. Aber ich fürchte, dass ich das wohl leider kaum noch erleben werde.
Herr Ploog, vielen Dank für das Interview und Ihre ehrlichen Worte.
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ploog hat recht!
http://lostinnippes.blogspot.com/2010/02/haie-kaputt-vom-scheitern-der-del.html
wow. super interview und toll dass du dich darum gekümmert hast und bei ihm angefragt hast.
Der Dank gilt wohl eher dem ZDF. Ich war selber überrascht, dass sie meine Mail weitergeleitet haben und ich dann auch noch so schnell eine Antwort im Postfach hatte.
Danke für den Beitrag, sehr schön.
Auch, daß GP Ploog geantwortet hat ist natürlich wirklich lobenswert, doch nun ein paar Anmerkungen zum Interview:
- GP Ploog ist ja in diesem Internetdings nicht hauptsächlich wegen seiner “DEL-Anmerkungen” kritisiert worden, sondern, weil er einfach grottenschlecht kommentiert hat. Er wußte oft keine Spielernamen, wenn er sie wußte, sprach er sie häufig falsch aus, konnte selten – bis nie – das Spiel/System analysieren und der antiquirierte Sprachstil ist schlicht ermüdend und unpassend zu einem schnellen Spiel, wie es Eishockey nunmal ist.
- Hockey in Deutschland geht es nicht gut, dies ist sicher keine neue Erkenntnis, aber welcher Mannschaftssportart in Deutschland, außer Fußball, geht es denn wirklich gut? Die anderen “Nummer 2 Sportarten” wie Handball und Basketball haben doch recht ähnliche wirtschaftliche Probleme.
- Mit dem DF-1-Vertrag hat man damals natürlich ein Eigentor geschossen, an dem man heute noch zu knabbern hat, vollkommen richtig. Jedoch finde ich es auch, naja befremdlich, daß es nach fast 15 Jahren noch eine solche Verbitterung wegen des nicht geschlossenen Vertrages mit den öffentl-rechtlichen Sendern (ÖR) gibt.
GP Ploogs “Abrechnung mit der DEL” im TV-Kommentar, als auch, daß er dies dediziert in einem solchen Interview erwähnt ist doch wirklich extremst Rückwärtsgewand.
Genauso bei der ARD im Ersten, daß dort idR außer Ergebnisse und Tabelle nicht mal im Videotext von der DEL berichtet werden darf, geschweige denn, in Sportschau o.ä. Das Frühstücksfernsehen muß man hier ausklammern, da dies eigenständige, “junge” Redaktionen sind.
- Der aktuelle TV-Vertrag mit sky erlaubt doch, vor allem für die ÖR, eine sehr günstige Möglichkeit die produzierten Bilder zu zeigen. Alles außer LIVE-Berichten (also Zweitverwertung) sind die Rechte doch vollkommen offen und dies wird einfach nur sehr selten wahrgenommen.
Mal ehrlich, bei aller berechtigter Kritik an der Rechtevergabe 1996, kann sich wirklich wer vorstellen, daß in der heutigen TV-Landschaft, bei ARD und ZDF, zweimal wöchentlich ein komplettes Spiel, Woche für Woche, live übertragen wird?
In einer TV-Landschaft in der es quasi keine Sport-Magazin-Sendung mehr gibt, die nicht zu 75% und mehr aus Fußball besteht?
Die öffentl-rechtlichen Sender laufen doch mit Tempo 250 dem quotenträchtigen Fußball nach und überbieten mit GEZ-Geldern sogar die Privatsender (letzter Coup: Ausbootung des DSF wg der Sonntagsspiele), was in meinen Augen überhaupt nicht ihre Aufgabe ist. Wenn ein Privatsender die BuLi zeigen will, dann haben die ÖR Still zu halten und dies zu akzeptieren. Die Aufgabe der ÖR im Sportbereich sehe ich viel mehr dort, die “Randsportarten” (ist ja eigentlich alles außer Fußball heutzutage) zu zeigen und ihnen eine Platform zu geben. Es geht ja hier nicht nur ums Eishockey, wo sind die Basketball-, Volleyball- und Handball-Ligen, wo ist Leichtathletik, Pferdesport, Tennis, Turnen den bei den ÖR ausführlich zu sehen? Von LIVE reden wir mal gar nicht… Auch, von den wirklichen Randsportarten wie Feldhockey, Schach, Rallye-Sport, Motorrad-Sport uva. wollen wir mal gar nicht mehr reden.
Ja, all das gab es mal im ÖR-TV zu sehen, da gab es wirkliche Sport-Magazine, die eine ganze Palette verschiedenster Sportarten abgebildet haben und keine reinen Fußballmagazine mit ein paar anderen “Farbsprenkeln”.
Exemplarisch: Die Älteren mögen sich erinnern, ein Aktuelles-Sport-Studio im ZDF war gar kein reines Fußballmagazin – Nein, es war eine wirkliche SPORTsendung mit Vielfalt.
Gleiches gilt für die sog. Sportmagazine in den Dritten Programmen. Hier kam, speziell für die jeweiligen Sonntagssendungen, der letzte “Todesstoß” für “alles außer Fußball” noch durch den vollkommen sinnlosen Erwerb der Rechte an den BuLi-Sonntagsspielen.
Man will ja gar nicht weiterblicken, aber “damals” gab es sogar auch noch wirkliche redaktionelle, hintergründige SPORTsendungen, wie “Sport unter der Lupe” und “Der Sport-Spiegel”. Einzige verbliebenes Magazin dieser Art ist “Sport Inside” um ca 22:45 am Montagabend im WDR. Vieles des restlichen Sportberichterstattung heutzutage hängt doch lediglich am Tropf der jeweiligen Presseleute der Fußball-Bundesligisten und Verbände der Sponsoren-Darling-Sportarten a la Biathlon oder vor einiger Zeit Skispringen und Radfahren/Tour de France. Zwischendrin mal ein HaJo Seppelt Doppinbericht als Feigenblatt, daß war es doch auch schon, was “uns” als Sportjournalismus der ÖR heutzutage vorgesetzt wird.
OK, nun bin ich wirklich weit abgeschweift, aber wenn ein GP Ploog sagt “Eishockey in Deutschland nur noch eine “Randsportart””, dann hat er sicher nicht ganz unrecht, aber die ganze Wahrheit ist es eben auch nicht, denn es gehören dazu schon ein paar mehr “Mitspieler”, als die “böse DEL” und den “dummen DEB”.
Ich könnte jetzt noch ausführen, wie falsch es auch aus wirtschaftlicher sicht der ÖR es ist, sich selbst so vom TEUEREN Fußball abhängig zu machen und durch die eigene einseitige Fixierung darauf, das Produkt auch noch jede Woche “unverzichtbarer” zu machen, anstatt Alternative “aufzubauen”. Aber nun ist gut, genug geschrieben
Ach, ein kleiner Link noch aus Spaß an der Freude zum Thema “Der Sport-Spiegel”
http://www.fernsehserien.de/index.php?serie=1864
daraus:
“Sie entwickelte sich zum einzigen Ort in der ZDF-Sportberichterstattung, an dem nicht aus Fanperspektive gejubelt, sondern hinterfragt wurde. Der Sport-Spiegel, der sich damit eher an die Leser der Sportteile von “FAZ” und “SZ” wandte, war nach wie vor prestigeträchtig, aber oft quotenschwach.”
Selbstverständlich erlaubt der aktuelle TV-Vertrag es den Öffentlich Rechtlichen Zusammenfassungen zu senden – schließlich haben sie diese rechtmäßig erworben.
Sie WOLLEN nur nicht und damit zustören sie langfristig das deutsche Eishockey. Und nicht nur dieses!
Hätte die BBL, HBL und DEL die Sendezeit, welche die 3. Fußball Bundesliga (!!!) in der ARD erhält, wäre ein Großteil der wirtschaftlichen Probleme vom Tisch.
So aber sind die Öffentlich Rechtlichen der Sargnagel des Deutschen Sports – geopfert für das goldene Monokultur-Kalb Fußball. Systematisch werden Generationen von Sportfans an den Fußball ge- und von den anderen Sportarten entwöhnt – um dann sagen zu können: “Was wollt ihr denn, die Quoten sind doch soooo schlecht!”
Ploog argumentiert wie ein verbitterter alter Mann, der einen persönlichen Rachefeldzug ausficht. Wer soll den bitte behauptet haben, die DEL sei hinter der KHL die zweitstärkste Liga? Bereits dieser Ausspruch macht doch deutlich, in welcher Zeit Ploog noch lebt. Er ist in den 90ern hängen geblieben und hat den Blick für die Realität im deutschen Eishockey schlichtweg verloren.
Im Fußball wäre ein solcher Kommentator nicht mehr tragbar.
@ Berni: Wow, klasse Beitrag. Und natürlich sind die TV-Sender das grosse Problem. Aber sie zeigen eben auch nur den Sport, der die Quote bringt und das ist in Deutschland nunmal Fussball. Leider.
@ Sven: Also ich muss sagen, dass ich auch von deutschen Eishockey-Fans schon mehrmals gehört habe, dass die DEL eine der sträksten Ligen Europas sei. Noch vor der Schweiz, vor Schweden, vor Tschechien. Ich glaube nicht, dass das etwas mit der Ansicht Ploggs zu tun hat, sondern eher mit den falschen Vorstellungen der deutschen Fans und Herrn Tripcke…
Für mich ist das ein Mythos, ähnlich den urban legends. So wie die ESBG-Fans immer behaupten, in der DEL wäre Planungssicherheit ein alltäglicher Argumentationsbegriff (dabei entstammt er ursprünglich der Debatte um die Frage, ob sich der kommunale / private Stadionbau lohnt, wenn man ein Jahr später wieder absteigt), so habe ich diesen konkreten Ausspruch, die DEL sei hinter der KHL die zweitstärkste Liga Europas, noch nie gehört oder gelesen. Schließlich ist die KHL noch nicht so alt, Sprüche über die Leistungsstärke der DEL im Kontext Europa hingegen schon.
[...] redet auch Günter Peter Plog im Interview auf dem Eishockey-Blog und mahnt Realitätssinn an: ,,Kooperation statt Konfrontation zwischen DEB/DEL. Und Free-TV statt [...]
Wen interessiert denn die “Leistungsstärke der DEL im europ. Vergleich” ?
Man macht einen Riesenfehler, wenn man aus der Sicht des enttäuschten Fans (“die im ö-r berichten nicht”) kommentiert: Es ist DIE Aufgabe von DEL und DEB, dafür zu SORGEN, daß es anders ist. Das wäre in jedem Wirtschaftsunternehmen, was die DEL und ihre Clubs wohl sein wollen, selbstverständlich.
“Überregional” interessiert nur die Nationalmannschaft und wie man sich am Schopf aus dem Sumpf ziehen kann, haben die Handballer gezeigt … die im übrigen nicht die chaotisch-pleitöse Ligenorganisation wie das dt. Eishockey haben.
Was genau können die Clubs denn noch unternehmen?
Die DEL-Partie der Kölner Haie gegen die Iserlohn Roosters wurde um einen Tag verschoben, damit eine Anfrage des WDR, der ausführlich von diesem Lokalderby berichten wollte, erfüllt werden konnte.
Über Zahntausend Menschen nahmen dies klaglos hin. Das Ergebnis war ein eineinhalbminütiger Bericht, der ausschließlich Torszenen und die Unkenntnis der Berichterstatter zeigte. Er kam zwischen den Beiträgen über Einradfußball und Stepptanzen, welche beide erheblich längere Sendezeit erhielten.
Noch einmal: Was genau können die Clubs denn noch unternehmen?
Die Antwort kann nur lauten, dass man die Verträge mit den ÖR aufkündigt und das DSF mit viel Geld dazu bringt, zu übertragen. Es ist das Beispiel des Fußballs und des Handballs. Und es kann gut gehen (Handball) und auf die ÖR zurückwirken oder nicht (Basketball).
Aber ob es in Zeiten knapper Kassen den Vereinen vermittelbar ist, dass sie bitte nicht die 200.000 € von Sky eintreichen, sondern 200.000 € an das DSF oder Eurosport überweisen sollen?
Naja, das ist halt das Problem. Man ist von Sky abhängig, aber gleichzeitig richtet dieser Vertrag das Eishockey zu Grunde, weil keine Zuschauer mehr wissen, dass Eishockey in Deutschland stattfindet. Dann kommen auch keine Zuschauer in die Stadien usw…
Vielleicht hat ja jemand 200.000 Euro übrig?
Die 190.000 (?), die ein DEL-Klub bekommt, sind doch peanuts … das müßte allein durch Mehreinnahmen im Sponsoring aufzufangen sein: Die Werbepartner sind doch nicht blöd. Die wissen doch auch, daß der Werbeeffekt von Banden- oder Trikotwerbung bei ö-r-Ausstrahlung um ein x-Faches höher ist.
Die Vereine selbst können nichts machen. Meiner Meinung nach kann nur “sportpolitisch” Entscheidendes bewegt werden: DEL und DEB müssen klären, was ARD+ZDF verlangen, um “ordentlich” zu berichten. … zur Not kostenlos.
Beim Basketball hat die 90iger-Euphorie als “Trendsportart” auch nicht richtig funktioniert.
Die Vorteile des Handballs sind
Die Hamburger Entwicklung ist ja noch “frisch”…
- daß die Vereine europäisch “oben” spielen und idR Loser-Standorte (kein großer Fußballverein) dominieren, wo Lokalmatadoren Kohle locker machen: Kiel, Flensburg, Magdeburg, Gummersbach, Göppingen, Lemgo … also Bad Tölz, Füssen, Garmisch-P.
- und die Nationalmannschaft !
Aber selbst wenn die Berichterstattung kostenlos wäre, würden die Sender es nicht machen, weil es nunmal keine Quote bringt. Es wäre also (meiner Meinung nach) der richtige Ansatz die nötigen Strukturen zu schaffen (A-Lizenzen reduzieren) um später Erfolg zu haben (z.B. in der CHL) und damit wieder ins Licht der Medien zu gelangen. Von alleine wird sich die Berichterstattung des Eishockey nicht verändern…
[...] den deutschen Eishockeyfans gehörig die Augen geöffnet. Überall entwickeln sich Diskussionen über die Probleme der DEL und die Lage des Eishockeys in Deutschland. Denn eins hat das [...]
ich finde das beste beispiel war die eishockey wm dieses jahr, da hat eine zeitung leute auf der straße zu ihrer meinung gefragt, viele wussten nicht mal das die wm überhaupt ist..eishockey ist in deutschland nun mal nicht so bekannt/beliebt wie andere ball-sportarten
Genau das ist es. Dazu haben Spielplan und Reglement ihren Teil beigetragen und er TV-Vertrag mit Premiere/Sky den Rest. Dadurch ist das Interesse am Eishockey mittlerweile noch geringer als das an den anderen Sportarten.