Neues zum Kovalchuk-Deal
Es wäre der unglaublichste Vertrag in der Eishockey-Geschichte geworden, doch nachdem die NHL den Vertrag zwischen Ilya Kovalchuk und den New Jersey Devils verboten hat, tauchen immer mehr Fragen auf.
Was wusste General Manager Lou Lamoriello von dem Verbot der NHL? Was wird jetzt aus dem russischen Stürmer? Und: Darf die NHL diesen Vertrag überhaupt verbieten.
17 Jahre und 102 Millionen Dollar – So lauteten die Eckdaten des Vertrags zwischen Ilya Kovalchuk und den New Jersey Devils. Der Russe, der seine aktive Karriere mit 44 beenden müsste, bekommt jedoch 95 der 102 Millionen Dollar in den ersten sieben Spielzeiten, danach würde mit knapp einer halbe Million nur noch einen “Hungerlohn” überwiesen bekommen.
Um diesem Wahnsinn eine Ende zu bereiten und zu verhindern, dass Spieler in Zukunft mit 40-Jahres-Verträgen ausgestattet werden, verbot die NHL den Kontrakt, weil sie glaubt, dass weder Kovalchuk noch die Devils damit rechnen, dass der Stürmer mit 44 Jahren noch auf dem Eis stehen wird.
Der Vertrag sei nur deswegen so lange ausgefallen, damit die Devils keine Probleme mit ihrer Gehaltsobergrenze bekommen. Denn mit seinem “Rentenvertrag” würde Kovalchuk den Salary Cap nur mit knapp 6 Millionen Dollar belasten.
Jetzt kommen allerdings immer neue Fakten rund um den Vertragspoker ans Tageslicht.
Wie espn.com behauptet, wusste General Manager Lou Lamoriello schon vor der Vertragsunterzeichnung, dass die NHL ihr Veto einlegen würde. Trotzdem präsentierte Lamoriello den Russen und verkündete den Langzeitvertrag. Warum?
Böse Zungen behaupten, dass der Manager der Devils mit diesem Schachzug den Dauerkartenverkauf ankurbeln wollte. Nach dem frühen Aus in den Playoffs sei der Verkauf bisher schlecht verlaufen und Lamoriello wollte den Zuschauern einen Anreiz bieten.
Hat der Manager den Vertrag vielleicht sogar extra so gestaltet, dass er sich sicher sein konnte, dass die NHL ihn untersagen würde? Oder könnte es einfach nur so sein, dass der Manager Kovalchuk unbedingt verpflichten wollte und ihm deswegen den Vertrag anbot?
Was jetzt aus Kovalchkuk werden wird, weiss noch keiner. Der Russe ist nach dem geplatzten Deal wieder Free Agent und steht am Start seiner Suche. Wird er versuchen den Vertrag mit den Devils zu erneuern, zieht es ihn nach dem ganzen Chaos doch eher nach L.A., wo der nächste Mega-Deal (15 Jahre, 80 Millionen) wartet oder kehr Kovalchuk sogar zurück in die heimische KHL?
Die grosse Frage ist allerdings, ob die NHL den Vertrag überhaupt verbieten darf. Experten sind der Meinung, dass die NHL, wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommen würde, keine Chance hätte. Es steht nirgendwo im Collective Bargaining Agreement (CBA), das nach dem Lockout 2004 ausgearbeitet wurde, dass ein Verein einen Spieler nicht länger als 15 Jahre verpflichten darf und auch das Alter des Spielers hat keine Bedeutung.
Es ist also davon auszugehen, dass die NHL Players Association eine Beschwerde gegen das Verbot der NHL einreichen wird, was innerhalb der nächsten fünf Tage geschehen muss. Dann würde ein Schiedsgericht entscheiden, ob der Vertrag der Devils rechtmässig ist oder nicht.
Die NHL wird zusehen, dass sie den CBA-Vertrag, der nach der Saison 2011/2012 auslaufen wird, entsprechend anpasst. Doch dann ist es nicht auszuschliessen, dass die Spieler eine Gegenleistung der Liga erbracht sehen wollen. Zum Beispiel eine Freigabe für die Olympischen Spiele.
Und wenn man sich die Probleme so ansieht, dann können wir uns doch entspannt zurücklehnen in dem Gedanken, dass die DEL mit ihren Problemen anscheinend in bester Gesellschaft ist.
Tags: CBA, New Jersey Devils, NHL, NHL Players Association, Vertrag

















Na ja die Probleme der DEL sind eher grundlegenderer Natur…wäre ich ein Fan der DEL würde ich mir die Probleme der NHL wünschen