Mit dieser wohl allerletzten Pressemitteilung der Frankfurt Lions wurde heute das Schicksal des DEL-Vereins besiegelt: Nach 16 langen Jahren in der DEL werden die Frankfurt Lions in Zukunft nicht am Spielbetrieb in der höchsten deutschen Spielklasse teilnehmen. Zu erdrückend seien die Schulden, wie Club-Boss Siggi Schneider gestehen musste.
Damit verlässt die DEL eines ihrer Gründungsmitglieder, das seit der Gründung der Liga im Jahre 1994 stets einen Platz im deutschen Eishockey inne hatte. Die Lions werden der Liga definitiv fehlen: Die Truppe vom Main hatte stets attraktive Mannschaften, die die DEL bereicherten und natürlich waren es auch die Fans der Löwen, die diesen Verein in den vergangenen Jahren so sympathisch gemacht haben.
Es ist also an der Zeit sich ein letztes Mal mit der Geschichte des Frankfurter Eishockeys zu beschäftigen, die bei genauer Betrachtung von kleineren Krisen und Problemen durchzogen scheint.
Eintracht Frankfurt – Von wegen Fussball
Wo die Frankfurt Lions in den vergangenen Jahren immer im Schatten der Fussballer von Eintracht Frankfurt standen, begann eishockeytechnisch gesehen vor knapp 50 Jahren die Geschichte des Frankfurter Eishockeys. Rudi Gramlich gründete 1959 die Eishockeyabteilung der Frankfurter Eintracht und man zog standesgemäss auf eine Kunsteisbahn, die sich unmittelbar neben dem Waldstadion befand. Auch wenn Frankfurt schon damals eine Fussball-Stadt war, pilgerten zum Eröffnungsspiel der Kunsteisbahn gleich 10.000 Zuschauer zu ihren Eishockeycracks – Eine Zahl, die das Frankfurter Eishockey in den folgenden Jahren nie mehr erreichen sollte.
Trotzdem etablierte sich der Frankfurter Eishockeyklzb mehr oder weniger erfolgreich in der Oberliga, wenn man mal von einem kleinen Abstecher in die Bundesliga absieht, aus der man jedoch gleich 12 Monate später wieder abstieg. Doch die Eishockey-Euphorie in der Mainmetropole ebbte auch schnell wieder ab und führte zweitweise zu kuriosen Szenen. Als zu einem Spiel in der Saison 1976/77 nur 36 Zuschauer erschienen, verkauften die Frankfurter ihre Heimspiele der Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga den eigenen Gegnern, um die Eishockey-Abteilung der Eintracht auch weiterhin am Leben zu erhalten.
Erst zu Beginn der 80er Jahre entschloss man sich in Frankfurt dann endgültig, höhere Ziele anzustreben. Man wollte die Oberliga ein für alle Mal verlassen und endlich wieder in der Bundesliga spielen.
Die ersten Jahre Bundesliga und der erste Crash
Als die Mannschaft im Jahr 1981 endlich in die Eissporthalle am Ratsweg umziehen konnte, ging auch der Weg des Frankfurter Eishockeys wieder nach oben. Mit der neuen Spielstätte im Rücken stieg man nur ein Jahr später in die 2. Bundesliga auf und plötzlich pilgerten auch die Zuschauer wieder zur Eishockey-Eintracht. Angestachelt von den sportlichen Erfolgen und mit den Zuschauern im Rücken gelang der Mannschaft in der Saison 1985/86 sogar der viel umjubelte Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.
Zwar konnten die Frankfurter dort in den ersten Jahren keine grossen Erfolge verbuchen, doch immerhin hielt man sich in der damals höchsten deutschen Spielklasse. Während man in der Saison 1986/87 im Playoff-Viertelfinale dem Kölner EC geschlagen geben musste, häuften sich hinter den Kulissen – wie auch heutzutage – die Schuldenbeträge. Doch im Gegensatz zur aktuellen Saison schaffte man es in Frankfurt trotz der finanziellen Schieflage, die Lizenz für die anstehende Saison zu sichern.
Die Eintracht kämpfte sich in den kommenden Jahren mit erstaunlicher Beharrlichkeit in die Viertelfinals der Bundesliga, nur um dort zu scheitern. Nach der Niederlage gegen den KEC setzte es gleich zweimal einen Dämpfer gegen Rosenheim. Das reichte den Frankfurtern natürlich nicht und so besserte man ordentlich nach: Der tschechische Topscorer Jiri Lala avancierte zwar zu einem der erfolgreichsten Spieler der Liga, doch der Schuldenberg wurde auch dank dieser Verpflichtung immer grösser. Als der Verein dann plötzlich knapp 7 Millionen D-Mark begleichen musste, beschloss der Vorstand der Eintracht, sich von seiner Eishockeyabteilung zu trennen.
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