Gutes Eishockey sieht man in Basel eher selten. Da reicht nur ein kurzer Blick auf die Hauptrundentabelle der letzten NLA-Saison. Da lag der SC Bern vorne. 111 Punkte. + 75 Tore. Ordentlich.
Im Vergleich dazu der EHC Basel: 16 Punkte (aus 50 Spielen) und eine Tordifferenz von -115. Auch ordentlich. Irgendwie.
Daher hatte ich mir eigentlich gesagt vorerst nicht in der St. Jakob-Arena vorbeizuschauen. Aber da heute mit den Freiburger Wölfen ein deutsches Team und mit Sergej Stas sogar ein Ex-Meister-Pinguin auf dem Eis stand, der Eintritt gratis war und es eh ein typischer Sonntag war habe ich mich doch dazu aufgemacht die Wölfe an diesem Tag zu unterstützen.
Kurz vor 3 in der Halle: Erstmal umschauen und dann zur Stehplatztrbüne der Freiburger. Das Stadion war mit etwas weniger als der Hälfte recht ordentlich gefüllt. Für ein Testspiel.

Die Erwartungen waren nicht hoch. Aber mit einem klaren Sieg der Wölfe hatte ich schon gerechnet. Nach der vergangenen Saison in Basel.
Doch was ich da auf dem Eis gesehen habe war überraschend. Sehr überraschend. Überwiegend das Team aus Basel bestimmte das Spielgeschehen. Diese Baseler. Ich sag nur 16 Punkte und -115 Tore.
Die Mannen aus Freiburg hatten zwar auch ihre Chancen aber insgesamt wirkte die Abwehr der Schweizer sicherer und der Angriff gefährlicher.

So war auch die 2-0 Führung bis zum letzten Spielabschnitt berechtigt. Eigentlich eher schmeichelhaft. Denn mit 3 Treffern ans Aluminium wäre gerne noch der ein oder andere Treffer mehr möglich gewesen.
Läuferisch jederzeit besser und auch physisch konnte das Team aus der National League B jederzeit mit den Breisgauern mithalten. Besser gesagt: die Freiburger konnten größtenteils nicht mit den Spielern des EHC mithalten. Wie gesagt: Überraschend.
Ich war mittlerweile mal auf die Seite der Basel-Fans gewechselt um mir das Spiel in den letzten Minuten aus einer anderen Perspektive anzusehen. Nur nette Fans in der Kurve des EHC und dank Trommeln auch die bessere Stimmung. Was natürlich auch am Spielstand gelegen haben mag.
Dann folgte in der zweiten Hälfe des letzten Drittel noch ein berechtigter Penalty den Manuel Zigerli sicher verwandelte. Damit traf der Topscorer des EHC gleich 3 Mal in diesem Spiel. Doch auch die Freiburger ließen noch zwei Tore folgen. Nach dem ersten Treffer erhöhte der EHC zwischenzeitlich auf 4-1, sodass der 4-2 Treffer keinen Unterschied mehr machte.

Hätten die Freiburger aber ihre 5-3 Überzahl kurz vor Abpfiff konsequenter genutzt wäre auch in diesem Spiel noch mehr möglich gewesen.

Insgesamt ein unterhaltsamer Eishockey-Nachmittag: Nettes Spiel, nette Freiburger und Baseler Fans und ein schmuckes Stadion. Auch wenn ich immer noch ein wenig Angst habe mir ein Liga-Spiel des EHC Basel anzusehen: Es hat sich gelohnt einen langweiligen Sonntag in der St. Jakob-Arena zu verbringen.