Es war das Thema der Fussball-WM 2006: Der “Krieg” zwischen Titan-Kahn und seinem Nachfolger Jens Lehmann. Jeder konnte sehen was die Konkurrenzsituation aus den beiden besten deutschen Torhütern machen kann. Es wurde nicht miteinander geredet, die Leistungen des Konkurrenten wurden öffentlich schlecht gemacht und es herrschte Funkstille. Und ganz Deutschland war überrascht, als sich die beiden vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien die Hand gaben und dachte ‘Guck mal. Die fassen sich sogar an. Obwohl sie Erzfeinde sind!’.
Aber ist diese Art von Konkurrenz alltäglich oder nur eine weitere Eigenart des Fussballs, die es in anderen Sportarten nicht gibt?
Meiner Meinung nach nimmt auch der Fussball wieder eine Sonderstellung ein. Denn sowohl im Handball als auch im Eishockey gelten die beiden, oder auch drei, Torhüter als “Gespann”. Als “Team”. Es herrscht zwar eine gewisse Konkurrenz aber trotz allem ist jeder Torhüter ohne seinen Ersatz, seinen Back-Up aufgeschmissen. Oder was wäre passiert, als Jogi Bitter im Handball-Finale Henning Fritz nicht so überragend ersetzt hätte. Oder wenn hinter Robert Müller in der Nationalmannschaft nicht Youri Ziffzer, Alex Jung oder Dimitri Kotschnew nicht warten würden.
Zu diesem Thema findet man auf hockeyweb.de eine schöne Geschichte über die beiden Goalies der DEG Metro Stars. Jamie Storr, die klare #1 in Düsseldorf und dessen Back-Up Jochen Reimer.
Um sich bestens auf die kommende Spielzeit in Deutschland vorbereiten zu können, hat sich der junge Reimer entschlossen den Sommer über nach Kalifornien zu reisen um dort mit seinem Team”kollegen” zu trainieren.
Und was man da liest wirft ein wenig einen Blick hinter die Kulissen des Eishockeysports. Man kann schon ins Schmunzeln kommen wenn man sich vorstellt, wie Jochen Reimer, aufgrund der ausgebuchten Flugverbindungen nach Los Angeles eine Nacht in Toronto bei “Schwiegermama Storr” verbringt. Oder das die beiden Storr-Sprößlinge begeistert vom Arbeitskollegen ihres Vaters sind.
Das beste Zitat des Beitrags sind allerdings die Worte Reimers über die Familienverhältnisse im Hause Storr:
“Mit den Kindern beschäftige ich mich gerne, aber den Haushalt überlasse ich doch lieber Jamies Frau Niki”
So kann es eben auch gehen. Keine Konkurrenten, sondern Freunde mit einem gemeinsamen Ziel.
Und auch wenn Jamie Storr auf dem Eis schon eine große Portion Arroganz unter seinem Panzer zu tragen scheint – ich erinnere nur an die Mittelfinger-Aktion in Krefeld – scheint er doch ein geselliger und freundlicher Mensch zu sein.
Also von dieser Stelle ein großes Lob an hockeyweb.de und viel Glück an das Team Storr/Reimer für die kommende Spielzeit. So viel Vorbereitung muss ja schon fast belohnt werden