Jochen Reimer wechselt nach Wolfsburg. Das ist soweit nichts Neues.
Doch die Gründe, warum Reimer aus Düsseldorf nach Wolfsburg wechseln darf und sich unmittelbar Hoffnung auf die Nummer Eins machen kann, sind nicht so alltäglich. Denn mit Oliver Jonas verlässt die Grizzlys nach dieser Saison ein Torhüter, der mit 29 Jahren locker noch 10 Jahre auf DEL-Niveau spielen könnte.
Jonas spielte bisher in der DEL nur für Top-Mannschaften und wechselte 2005 von den Eisbären Berlin zu den Kölner Haien, wo er den abgewanderten Chris Rogles ersetzte.
Zu diesem Zeitpunkt war Jonas in der DEL neben Robert Müller der einzige deutsche Torhüter, der bei seinem Verein regelmässige Einsätze verbuchen konnte. Seine guten Leistungen in der Hauptstadt spülten den gebürtigen Neusser dann auch in die deutsche Nationalmannschaft.
Doch in Köln konnte Jonas sich nie wirklich durchsetzen. In seiner ersten Saison hatte er den überragenden Thomas Greiss vor sich, im zweiten Jahr teilte sich Jonas die Einsätze mit Adam Hauser.
Der Deutsche spielte schon öfter mit dem Gedanken seine Karriere bereits früh zu beenden. Jetzt ist der Entschluss endgültig gereift und Oliver Jonas schlägt seine zweite Karriere ein: als Biophysiker.
Schon vor seiner DEL-Zeit spielte Jonas an der Harvard University und absolvierte dort nebenbei seinen Biopysik-Studiengang und darf sich nach dessen Abschluss jetzt “Master of Physics” nennen. Seine Dissertation schrieb Jonas zum Thema “Dynamik der Zelladhäsion“.
So eine Ausbildung inklusive Titel können wohl nur die wenigsten Eishockeyprofis vorweisen.
Und daher will sich Jonas jetzt auch wieder seiner zweiten Leidenschaft hingeben. Die aktuelle Saison in Wolfsburg sei nicht der Grund für den Goalie, seine Karriere jetzt schon zu beenden:
“Mein Entschluss stand schon länger fest. Wir werden nach Boston übersiedeln. Ich werde dort meinen Doktor fertig machen und mir Arbeit suchen“
Eine aussergewöhnliche Entscheidung für einen Sportler, aber ich wünsche Jonas auf diesem Wege alles Gute und viel Erfolg. Die Spiele gegen ihn und die Haie waren immer sehr unterhaltsam und ich werde die “Jooooooonas”-Rufe sehr vermissen